· 

Was ist Yin Yoga?

Was ist Yin Yoga?

 

Yin und Yang

 

Yin und Yang sind nicht nur Gegensätze, sondern ergänzen sich gegenseitig und bilden somit eine unzertrennbare Einheit. So würde es zum Beispiel ohne die Nacht keinen Tag geben. Es ist wichtig ein gesundes Maß in allen Bereichen des Lebens zu finden, damit wir in unserer Mitte leben. Dafür benötigen wir sowohl Yin als auch Yang.

In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit überwiegt allerdings meist der Yang-Anteil. Wir sind immer unterwegs, müssen viel leisten und kommen kaum zur Ruhe - Terminplaner, To-Do-Listen und Sätze wie "ich muss noch schnell/kurz" bestimmen unser Leben. Yin Yoga ist ein Yogastil, der uns dabei hilft zur Ruhe zu kommen und unser inneres Gleichgewicht wiederherzustellen

 

Definition von Yin Yoga

 

Beim Yin Yoga werden die Asanas (Körperübungen) 3 bis 5 Minuten gehalten, wenn man geübt ist kann man bis zu 10 Minuten in den Positionen verweilen - natürlich kann man die Haltung auch jederzeit ändern/anpassen oder früher verlassen. Zur Unterstützung werden Hilfsmittel wie z.B. Yogablöcke, Yogagurte, Kissen und Decke genutzt. So hat man die Möglichkeit die Übung individuell für sich zu gestalten. Im Gegensatz zum Hatha Yoga (Yang Yoga) wird der Rücken gerundet und die muskuläre Anspannung bewusst gelöst. Fast alle Asanas werden im Sitzen oder Liegen ausgeübt – eine Ausnahme bildet die stehende Vorbeuge. Durch langes Halten dringt man in die tieferen Schichten des Bindegewebes vor und kann hier Verspannungen auflösen. Yin Yoga kann also als eine Art der Akkupunktur verstanden werden, die man an sich selbst anwenden kann. Dabei werden auch die Meridiane – Energieleitenbahnen, die unseren Körper durchziehen – angeregt, sodass die Energie im Körper (Prana im Yoga, Chi in der TCM)) wieder besser fließen kann.

 

Hingabe und Loslassen

 

Yin Yoga ist ein meditativer Yogastil, bei dem die mentale Hingabe und das Loslassen im Vordergrund stehen. Ohne etwas Bestimmtes erreichen zu wollen, soll alle Anstrengung, die wir im Alltag aufbauen, losgelassen werden. Während der 3 bis 10 Minuten wird die Konzentration auf das Spüren, Erkunden und Beobachten des Körpers und/oder des Atems gelenkt. Nach und nach stellt sich so immer mehr Ruhe ein und man taucht in eine große Stille ein aus der man neue Kraft schöpfen kann. 

 

Der Atem als Anker

 

Ein tiefer Atem während der Asana-Praxis hilft dabei, die Energie (wieder) zum Fließen zu bringen und die Muskulatur im gedehnten Bereich besser zu entspannen, um so noch tiefer in die Position zu sinken. Außerdem ist der Atem ein hilfreicher Anker, an den man seine Konzentration binden kann, um ganz im Hier und Jetzt zu sein - oder, falls die Gedanken doch mal abschweifen, immer wieder dahin zurückzukommen.  

Mögliche positive Effekte von Yin Yoga

 

ꕤ Auflösen von Blockaden

ꕤ Anregung der Durchblutung

ꕤ Auflösen faszialer Verklebungen

ꕤ Aktivierung der Energie im Körper

ꕤ Verfeinerung der Körperwahrnehmung

ꕤ innere Ruhe und erhöhte Konzentration

ꕤ Steigerung von Flexibilität und Mobilität

ꕤ Linderung von Verspannungen/Schmerzen

ꕤ Förderung von Geduld, Gleichmut und Akzeptanz

ꕤ Beruhigung und Entspannung des Nervensystems

ꕤ Massage der inneren Organe -> verbesserte Organfunktionen 

 

Yin und Yang Yoga

 

Yang Yoga ist ein Begriff der weniger verwendet wird - grob gesagt handelt es sich dabei um alle anderen Yogastile wie z.B. Hatha Yoga, Anusara Yoga, Bikram Yoga usw. Aber auch hier gibt es Yin (statisches Halten von Asanas) und Yang (Vinyasa/Flow). Sowohl Yin als auch Yang Yoga können uns dabei helfen unsere Körperempfindungen wahrzunehmen, sowie unser Beweglichkeit und Flexibilität zu spüren und zu verbessern. Die beiden Yogastile haben aber auch einige Unterschiede:

Yin Yoga

 

ꕤ Entspannung der Muskeln

ꕤ statisches und langes Halten

ꕤ Ruhe, Stille, Geduld, Passivität

ꕤ bewusster Atem hilft tief(er) in die Haltung zu sinken

Yang Yoga

 

ꕤ Anspannung der Muskeln

 ꕤ Wiederholungen und Ausdauer

ꕤ Bewegung, Dynamik, Kraft, Aktivität

ꕤ Atem und Bewegung bilden eine Einheit


Kontraindikatoren

 

Du solltest möglichst kein Yin Yoga praktizieren oder es auf jeden Fall mit deinem Arzt abklären, wenn Du...

... hypermobil bist

... Osterporose hast

... Glasknochen hast

... frische Verletzungen hast

... akute Entzündungen hast

... ein künstliches Hüftgelenk hast

... eine versteifte Wirbelsäule hast

... einen akuten Bandscheibenvorfall hast

... schwanger bist -> durch Hormone werden deine Muskeln, Bänder und Sehnen weicher und können schnell überdehnt werden

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0